Fotoshow

Chronik

Die Zeit von 1870 bis 1939

Das älteste uns überlieferte Datum für den Bestand einer Musikkapelle in Michaelbeuern ist das Jahr 1870.

Der Kapellmeister dieser “Urkapelle” war ein gewisser Georg Friedl aus Michaelbeuern. Geboren wurde er 1856 am Stoibergut in Oberlielon. Sein Geburtshaus steht übrigens heute noch im Originalzustand von damals, wie uns vorliegende Fotos beweisen. Seine Kinder- und Jugendzeit verbrachte er im Elternhaus.

Da er mit 12 Jahren schon mehrere Blasinstrumente beherrschte, wurde er mit 14 Jahren schon Kapellmeister der damaligen Blaskapelle. 1876 rückte er zum k. + k. Militär ein. Aufgrund seiner Fähigkeiten war er dort auch Militärkapellmeister. Nach seiner Heimkehr unterrichtete er eine Vielzahl von Jugendlichen und Männern auf verschiedenen Blechblasinstrumenten und auf der Klarinette. Der Probenraum ist die Stube seines Elternhauses.

Er ist auch der bisher längstdienende Kapellmeister unserer Kapelle. Kaum vorstellbare 69 Jahre, bis zu seinem Tod 1939. war er an der Spitze der damaligen Blaskapelle. 1930 wurde anläßIich seines 60-jährigen Kapellmeister-Jubiläums sogar ein Musikerfest in Michaelbeuern ausgerichtet. Der Kapellmeister wurde zu diesem Fest mit der Festkutsche des Stiftes Michaelbeuern, sonst nur dem Abt vorbehalten, von seinem Zuhause abgeholt. 40 Kapellen nahmen daran teil. Ein Foto dieses Festes zeigt uns das Gesamtspiel aller anwesenden Gruppen.

Natürlich dürfen wir uns eine Blaskapelle auf dem Land in der damaligen Zeit nicht in der uns heute üblichen Weise vorstellen. Meistens hatten Sie keine Tracht, wenn, dann trugen sie Uniformen. Auch die Stärke unterschied sich stark von dem uns heute vertrauten Anblick. Hatten doch damalige Blaskapellen kaum mehr als 10 Mitglieder. Ein Foto aus dem Jahr 1910 beweist uns, daß die damalige Blasmusik aber schon eine einheitliche Uniform ihr Eigen nennen konnte.

Die Musikkapelle von damals spielte, ebenso wie heute, auf einer Vielzahl von Veteranen- und Feuerwehrfesten. Auch auf verschiedensten Hochzeitsfotos der damaligen Zeit ist die Musikkapelle abgebildet. Das zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert damals ein Musiker hatte.

Nach dem Tod des Langzeitkapellmeisters Georg Friedl 1939 wurde Fuchs Ferdinand (Besitzer des Gabelmachergutes in Michaelbeuern) neuer Kapellmeister). Aufgrund des beginnenden 2. Weltkrieges ist während der Zeit von 1939 -1945 jedoch kein geordneter Musikbetrieb möglich.

Nach dem 2. Weltkrieg werden zaghafte Versuche unternommen, den Musikbetrieb wieder aufzunehmen. Ein Foto vom Juli 1948 zeigt die Musikkapelle bereits wieder in Uniform bei einem Musikfest im benachbarten St.Pantaleon.

Ausrückungen erfolgen in dieser Zeit zu Fuß oder manchmal auch auf der LKW-Ladeflache des örtlichen Frächters.

Aufgrund interner Querelen hört sich der Musikbetrieb 1953 endgültig auf.

Die Zeit von 1953 – 1974

Nach der Auflösung der Musikkapelle kam der Musikbetrieb in Michaelbeuern zum Erliegen. Zu besonderen Anläßen rief man die Musikkapelle aus dem benachbarten Moosdorf. Verschiedene Fotos aus dieser Zeit belegen dies. Doch je länger die “musiklose” Zeit dauerte, umso mehr wurde in der Bevölkerung der Ruf nach einer eigenen Musikkapelle laut. Man wollte nicht immer auf eine Leihkapelle angewiesen sein.

 Die Zeit von 1975 bis heute

An dieser Stelle möchten wir einen Bericht unseres Ehrenkapellmeisters Dir. Johann Egger bringen, der praktisch “hautnah” bei der Neugründung der jetzigen Trachtenmusikkapelle dabei war. Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich für seine Bereitwilligkeit, uns diesen Bericht zu erstellen!

Das Werden der Trachtenmusikkapelle Michaelbeuern

Von 1953 – 1974 gab es in der Gemeinde Dorfbeuern keine eigene Musikkapelle. Zu besonderen Anlässen rief man die Musikkapelle Moosdorf, die auf diese Weise jahre-lang zwei Gemeinden blasmusikalisch betreute. Erste Stimmen, die von der Möglichkeit der Wiederbegründung einer eigenen Musikkapelle sprachen, gab es im Spätherbst des Jahres 1973. Bei einer Versammlung im Jänner 1974 wurde der Ankauf der erforderlichen Instrumente beschlossen. Die erste “Musikprobe” fand am 13. Februar 1974 statt. Zehn Musiker nahmen daran teil.

So mancher gab uns wenig Chancen, das Experiment, und ein solches war es gewiss, erfolgreich zu bestehen. Auch war uns bewusst, dass wir ganz unten beginnen mussten und nur durch ein festes Zusammenhalten die schwierigen Zeiten des Neubeginns zu bewältigen sein würden. Oft gaben dir Instrumente “Unerwünschtes” von sich und verdutzten selbst die Spieler. Aber da keiner mehr konnte oder “besser” war als der andere, wurden diese “tonalen Ereignisse” hingenommen und möglichst schnell vergessen.

Rückblickend möchte ich einige Tatsachen erwähnen, die meiner Meinung nach für die weitere Entwicklung der Kapelle entscheidend waren:

Die Bereitschaft von 20 Burschen und 1 Mädchen, im Jahre 1974 eine blasmusikalische Ausbildung zu beginnen.

Die Übernahme des B-Basses durch Josef Schießl.

Die stete Bereitschaft unseres Gustav Eder, Mitglied der Musikkapelle Moosdorf, uns auszuhelfen.

Das Mitwirken von Andreas Haberl aus Geretsberg als kleiner Trommler, der uns erste Marschierversuche ermöglichte (damals Schüler der Priv. HS Michaelbeuern).

Zuletzt:

Eines Tages kam ein Mann in die Probe, packte seine Trompete aus und fragte, ob er bei uns mitspielen dürfte. Es war dies Ing. Hans Müller, der für uns alle ein Vorbild an Idealismus und Kameradschaft werden sollte. Seit 1974 fährt “Hans” zu Proben und Ausrückungen aus dem Tennengau nach Michaelbeuern. Die dabei von ihm zurückgelegten Straßenkilometer reichen für eine mehrmalige Erdumrundung.

Weiter in der Chronik: Nach etwa halbjähriger Probenzeit folgte der erste offizielle Auftritt. Anlässlich einer Betriebsfeier der Firma Sico Intarsia spielten wir erstmals im Gasthof Mühlfellner. Groß war die Nervosität, bescheiden das Repertoire, unterschiedlich die Stimme des Volkes.

Folgende 12 Musiker wirkten mit:

Flügelhorn:

Scharl Friedrich +, Müller Hans, Baumgartner Hans

Tenorhorn:

Eder Gustav, Wolfersberger Georg +, Buchner Franz +

Trompete:

Schinagl Josef, Haberl Matthäus, Reiter Eduard

Posaune:

Aberer Josef

Bass:

Schießl Josef +

Schlagwerk:

Mayr Wilhelm

Am 24. November 1974 fand die Gründungsversammlung der TMK Michaelbeuern statt. Es wurde beschlossen, im Dezember 1974 eine Sammelaktion durchzuführen, um im darauffolgenden Jahr die Einkleidung in eine Tracht vornehmen zu können. Das Sammelergebnis war überaus erfreulich und gab allen Verantwortlichen neuen Mut. Im Frühjahr 1975 folgten die entscheidenden Besprechungen und Verhandlungen über die Ausstattung der Kapelle mit einer Tracht. Landesomann Prof. Harald Dengg beriet uns in dankenswerter Weise über mögliche Trachtenformen.

Dann war es soweit:

Als 38. Musikkapelle des Flachgaus stellte sich am 1. Mai 1975 die neue Musikkapelle Michaelbeuern in ihrer Tracht vor. Beim Festgottesdienst weihte Pfarrer Pater Hartwig Paradeiser die Instrumente. In seiner Ansprache betonte er, dass der Mensch die Musik von jeher geliebt habe und für die gesellschaftlichen Höhepunkte des Lebens brauche. Musik schenke Freude, helfe über schwere Stunden hinweg und stellte auch eine Verbindung mit Gott her. Beim gemütlichen Beisammensein überbrachte Bezirkskapellmeister Martin Aichriedler die Grüße des Bezirks- und Landesverbandes der Salzburger Blasmusikkapellen. Er dankte Bürgermeister Franz Ehgartner, Musikobmann Josef Eder, Musiker Scharl Friedrich und Kapellmeister Hans Egger, die am Aufbau der Trachtenmusikkapelle Michaelbeuern besonders mitgewirkt haben.

Zur Erinnerung:

Friedrich Eder übernahm von Wilhelm Mayr die große Trommel; “Willi” kehrte zu seinem Stamminstrument F-Bass zurück. Scharl Markus blies als Zehnjähriger bereits das 2. Flügelhorn. Scharl Friedrich jun. zog den Trommelwagen!

So hatte die Musikkapelle ihren Dienst angetreten und bemühte sich, den vielfachen Anforderungen gerecht zu werden. Im August 1975 getrauten wir uns erstmals über die Gemeindegrenzen hinaus. Mit der FFW Michaelbeuern fuhren wir nach Otting (Bayern) und mit der Landjugend nach Lamprechtshausen.

Die folgenden Jahre:

Die wichtigste Aufgabe bestand darin, die in Ausbildung stehenden Jungmusiker allmählich in die Kapelle einzugliedern. Über die ersten Klarinettisten freuten wir uns besonders, spielten wir doch 3 Jahre lang ohne jegliches “Holz”!

Wichtige Auftritte:

Feuerwehrfest Michaelbeuern 1976

Konzert Donauzentrum Wien 1976

Fahrt nach Kampen/Holland 1977

Landesfest Salzburg 1977

 

Durch die bereits erwähnte konsequente Jugendarbeit zählte die Kapelle 1978 bereits 30 Musiker.

1980 fassten wir uns ein Herz und traten in Neumarkt erstmals zu einem Wertungsspiel an, dem 1982 in Nussdorf das zweite folgte. Seit 1982 spielt die TMK Michaelbeuern alljährlich ein Cäciliakonzert – steter Höhepunkt und Abschluss der Jahresarbeit.

Große Freude bereitete uns 1984 unser Trompeter Josef Buchner, der als erstes Mitglied der TMK Michaelbeuern das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold erwarb. Ebenfalls 1984 übernahm Scharl Friedrich sen. von Josef Eder das Amt des Musikobmannes, das er bis zum Jahr 2000 mit großem Einsatz in vorbildlicher Weise ausübte.

1985 feierten wir das 10-jährige Gründungsfest. Die dreitägige Veranstaltung in Dorfbeuern war ein voller Erfolg und ein sehr schönes Musikerlebnis. Die Musik zählte bereits 40 Aktive.

Das nächste große Vorhaben war die vollständige Erneuerung der Tracht. Beim Frühlingskonzert im Rahmen der Dorferneuerung April 1987 wurde die neue, wirklich schmucke Tracht vorgestellt. Die Probenarbeit fand 15 Jahre lang in einem Klassenraum der Volksschule Michaelbeuern statt, ehe 1989 das wunderschöne neue Probenlokal im Mehrzweckhaus der Gemeinde Dorfbeuern bezogen werden konnte. Unter der fachmännischen Anleitung von Scharl Friedrich jun. wurden von allen Musikern in Eigenarbeit mehr als tausend Holzteile eingebaut, Installationsarbeiten durchgeführt und Boden- und Wandteppiche verlegt. Landeshauptmann Dr. Hans Katschthaler gab uns die Ehre und eröffnete zu den Klängen von Prof. Sepp Tanzers “Der Festtag” die neugeschaffene Heimstätte der TMK Michaelbeuern.

Im Februar 1990 wurde Kpm. Hans Egger zum Bezirksobmann der 40 Flachgauer Blasmusikkapellen gewählt und übte dieses Amt bis 1996 aus.

1990 beteiligten wir uns am Landesfest in Salzburg und marschierten mit klingendem Spiel im Viererblock mit den Musikkapellen Anthering, Berndorf und Seeham durch unsere Landeshauptstadt. Beim Landeswertungsspiel in der Großen Aula erspielten wir in der Leistungsstufe B einen “Sehr Guten Erfolg”!

1993 nahmen wir in Grödig zum 4. Mal an einem Wertungsspiel teil. Wiederum “Sehr Guter Erfolg” in Leistungsstufe B. Mit 55 aktiven MusikerInnen erreichte die TMK Michaelbeuern ihren aktiven Höchststand.

1994 mussten wir erstmals einen aktiven Musiker zum Grabe geleiten – Gründungsmitglied Josef Schießl.

Am 4. Februar 1995 fand in der Königsbergerhalle der Bezirksjahrgang der Flachgauer Blasmusikkapellen statt. Die musikalische Umrahmung besorgten die TMK Michaelbeuern und das Nachwuchsorchester des Musikschulsprengels Flachgau I.

Liebe MusikerInnen der TMK Michaelbeuern!

In meiner 21-jährigen Tätigkeit als Kapellmeister haben wir alle gemeinsam enorme Aufbauarbeit geleistet, in jeder Situation zusammengehalten und unzählige schöne Stunden miteinander erleben dürfen. Danke besonders dafür, dass es nie ein böses Wort gegeben hat. Stets muss es euer Ziel sein, zu den verschiedensten Anlässen sehr gute Musik zu machen. Tut dies mit Freude und der euch eigenen vorbildlichen Kameradschaft!

Mit Musikgruß!

Euer Ehrenkapellmeister

Hans Egger

 

Mit der Übernahme der Kapelle durch Hans Weiss begann eine neue Ära in der TMK- Michaelbeuern. Der gelernte Musiklehrer und Mozarteum-Absolvent versucht durch innovative Probentätigkeit unser blasmusikalisches Spektrum zu erweitern. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen

“In meiner langjährigen Tätigkeit als Musiklehrer ist es mir seit jeher ein Anliegen den Menschen jeglichen Alters Musik näher zu bringen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, wie wichtig Musik für das Wohlbefinden des Menschen im Allgemeinen und im Speziellen für die Entwicklung des jungen Menschen ist. “Musik-Machen” bedeutet nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die vor allem auch soziale Kontakte initiiert und pflegt sondern, wie wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder deutlich zeigen, auch eine Förderung der Intelligenz, Kreativität und somit der gesamten Persönlichkeit.

Wichtig ist aber dabei nicht nur irgendwie irgendwelche Musik zu produzieren, sondern auch auf bestmögliche Wiedergabe qualitativ hochwertiger Musik zu achten. Um dies zu erreichen, ist es aber wiederum notwendig, sich ständig weiterzubilden. Denn ein Stehenbleiben ist, genauso wie in der Wirtschaft mit einem Rückschritt gleichzusetzen. Darum ist vor allem auch die Jugendförderung in der Musik eine der wichtigsten Aufgaben, die ohne Unterstützung durch die Eltern nur schwer möglich wäre.”

Wichtige Stationen in der Tätigkeit von Kapellmeister Johann Weiss waren:

Teilnahme Marschmusikwettbewerb 1998 in Obertrum

2000

ORF-Aufnahme

130-jähriges Gründungsfest der TMK Michaelbeuern

2002

Teilnahme am Landesmarschmusikwettbewerb in Neumarkt mit einem „Ausgezeichneten Erfolg“ in der Bewertungsstufe D

2003

Erstmalige Durchführung des „Tages der Blasmusik“ beim Hillinger in Dorfbeuern

Mit Jahresende 2004 beendete Hans Weiss seine Kapellmeistertätigkeit bei der TMK Michaelbeuern. Sein Nachfolger als Kapellmeister wurde Josef Buchner. Mitglied der TMK Michaelbeuern seit 1976.

Ehrenobmann Friedrich Scharl übergab 2000 nach 16-jähriger Obmannschaft seine Agenden an Anton Biribauer.

2005 wurde Siegfried Kornbichler zum neuen Musikobmann gewählt. Ihm war es in den letzten Jahern ein besonderes Anliegen, die Musikertracht zu erneuern und den Finanzhaushalt auf eine gesicherte Basis zu stellen.

Am 21. Februar 2007 verstarb unser Ehrenobmann Friedrich Scharl sen.

2007 formierte sich die musikinterne Unterhaltungsband „dieHeftigen“, eine wirkliche Bereicherung im weiten Feld blasmusikalischer Tätigkeit.

Besonders freuen wir uns auch über unsere ersten „Musik-Mamas“: Rosemarie mit Florian und Julian, Martina mit Anna, Thomas und Katharina, Katharina mit Johannes und Alexandra mit Raphael.

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